Von 05. bis 06. Juni 2026 wurde seit mehreren Jahren wieder ein Berufsfeuerwehrtag in der FF TELFS organisiert. Im Rahmen des Berufsfeuerwehrtages absolvierten die Kräfte der Jugendgruppe und der Ausbildungsgruppe einen 24 Stunden langen Dienst – wie eben in einer echten Berufsfeuerwehr. Während des Dienstes mussten die Mitglieder der Ausbildungs- und Jugendgruppe zusammen den Alltag in der Feuerwehr bestreiten, während sie auch jederzeit zu Übungseinsätzen alarmiert werden konnten, welche sie dann abarbeiten mussten.
Im Vorfeld des Berufsfeuerwehrtages leisteten die Ausbilder Dominic STROJ, Tobias SCHNEIDER und Jugendbetreuer rund um Ausbildungsleiter Philipp HOSP zusammen mit einigen weiteren Helfern monatelange Organisationsarbeit, um alle Übungen so realistisch und spannend wie möglich zu gestalten und einen reibungslosen Ablauf der 24 Stunden zu garantieren. Zudem sein angemerkt, dass ein Berufsfeuerwehrtag in dieser Größenordnung noch nie in der FF TELFS stattgefunden hatte! Alle Teilnehmer zusammengezählt waren es über 40 Mitglieder, welche den 24 Stunden Dienst absolvierten! Dies stellte einen enormen Organisationsaufwand dar – schließlich wurden 17 Übungen, darunter einige Übungen mit mehr bis zu 7 involvierten Feuerwehrfahrzeugen mit deren Mannschaften und sogar weiteren Blaulichtorganisationen wie die Polizei durchgeführt.
Der Ablauf des BF-Tages im Detail:
Um Punkt 12:00 Uhr mittags am Samstag, den 05. Juni 2026 begann der 24-stündige Dienst. Die Mitglieder der Jugendgruppe und Ausbildungsgruppe, alle Helfer und die Ausbilder versammelten sich im Schulungssaal der FF TELFS. Es erfolgte eine Begrüßung durch den Kommandanten HAGELE Matthias und eine kurze Einweisung in den Dienstbetrieb durch die Ausbilder.
Anschließend wurden die Feldbetten im Saal aufgebaut, welche für die Nachtruhe später bezogen werden sollten. Anschließend wurden die Mitglieder auf die Fahrzeuge TLF 2, LFB, TLF 1 und MTF aufgeteilt. Das TLF 2 und LFB wurden zum „Zug 2“ formiert, das TLF 1 und MTF stellten den „Zug 1“ dar. Die Mannschaften waren ihren Fahrzeugen für die nächsten 12 Stunden zugeteilt, ab Mitternacht erfolgte dann ein Tausch der Fahrzeuge und deren Mannschaften. Ebenfalls wurde das Sonderfahrzeug SRF mit immer einem Maschinisten besetzt, um für besondere Übungsszenarien bereitzustehen.
12:45, Einsatz 1 und 2:
Kurz nach Dienstbeginn also wurden die Mannschaften bereits zu den ersten zwei Einsätzen gerufen.
Beim ersten Einsatz handelte es sich um einen Müllcontainerbrand im Bereich der TANNWIESE, welcher vom TLF 1 und MTF abgearbeitet wurde. Es musste unter schwerem Atemschutz Löscharbeit geleistet werden und die Umgebung geschützt werden. Beim zweiten Einsatz musste der Zug 2 mit TLF 2 und LFB zur selben Zeit eine abgestürzte Person in einem Bachbett im Bereich SAGL aus ihrer misslichen Lage befreien und dem Rettungsdienst übergeben. Die Person mussten über eine Steckleiter mit der Schleifkorbtrage schonend geborgen werden.
13:45, Einsatz 3 und 4:
Fast nahtlos ging es weiter, es folgten Einsätze in der NEUEN MITTELSCHULE – ein Brandmeldealarm, bei dem der Zug 1 einen verrauchten Raum entlüften musste und das Gebäude auf mögliche Brandherde kontrollieren musste und ein Einsatz im Bereich der PFARRKIRCHE, bei welchem eine Person nach einem Treppensturz dem Rettungsdienst übergeben werden musste. Bei diesem Tragehilfeeinsatz war auch das SRF als Sonderfahrzeug mitalarmiert und musste von der Mannschaft bedient werden.
Funkausbildung:
Auch theoretische Schulungen wurden beim BF-Tag durchgeführt. So wurden die Mitglieder von Funkbeauftragten Thomas KUGLER im richtigen Funken unterwiesen.
15:15, Einsatz 5:
Beim bereits fünften Einsatz handelte es sich um den ersten Einsatz, bei dem alle beide Züge plus die Sonderfahrzeuge DLK und SRF mitalarmiert waren. Es handelte sich um einen Brand Einfamilienhaus im Bereich GEORGEN. Dort war es aufgrund eines Brandes in einer Sauna, welcher sich ausgebreitet hatte, zu einem Wohnhausbrand gekommen. Es mussten von zwei ATS Trupps mehrere vermisste Personen aus einem verwinkelten Gebäude gerettet werden, der Brand bekämpft und die Ausbreitung eingedämmt werden. Dieser Einsatz stellte vor allem für die Atemschutzträger eine große körperliche Anstrengung dar.
16:30, Einsatz 6
Nach dem Aufrüsten vom Wohnhausbrand ging es weiter mit einem Wasserschaden im HANFFELDWEG, es rückten aus Zug 1 mit TLF 1, MTF und das mitalarmierte Sonderfahrzeug SRF. Bei diesem Einsatz handelte es sich um einen mit Wasser gefüllten Schacht, welcher entleert werden musste. Dies geschah vor dem Hintergrund einer angenommenen Großwetterlage im Raum TELFS.
16:30, Einsatz 7
Zeitgleich rückte der Zug 2 aufgrund der gemeldeten Großwetterlage zu einem gemeldeten Baum auf Straße in der LANDESFEUERWEHRSCHULE aus. Es wurde ein umgestürzter Baum mit Kettensägen und Schanzwerkzeug von der Straße entfernt.
20:30, Einsatz 8
Einige Zeit später wurde der Zug 1 zu einem Brand im Freien im Bereich EMIL ACHAMMER STRAßE in einem Bachbett gerufen. Dort war ein Stapel Sperrmüll in Brand geraten. Dieser wurde kontrolliert abgelöscht und der Brandschutt wurde anschließend aufgeräumt.
20:30, Einsatz 9
Zeitgleich musste der Zug 2 zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit mehreren Personen eingeschlossen in der LANDESFEUERWEHRSCHULE ausrücken. Vor Ort stellte sich hierbei heraus, dass es sich zwar um einen Verkehrsunfall handelte, jedoch nur eine Person leicht verletzt unter einem Motorroller befreit werden musste und es sich weiters nur noch um Aufräumarbeiten handelte. Also auch ein sehr realitätsnahes Szenario.
Nach Abarbeitung dieser beiden Einsätze konnten die Mannschaften einrücken. Es wurde nun gemeinsam mit einigen Helfern ein Abendessen für alle Teilnehmer in der Küche der FF TELFS zubereitet.
21:30, Einsatz 10 und 11
Nachdem alle Mitglieder schon etwas zur Ruhe gekommen waren, wurde der Zug 1 zunächst zu einer abgestürzten Person im PUMPWERK am INN alarmiert. Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um ein größeres Szenario handelte mit insgesamt 2 abgestürzten und schwer verletzten Personen und zusätzlich einer in eine Maschine eingeklemmte Person. Dementsprechend wurde der Zug 2 zusammen mit dem SRF und einem Gasmessgerät zum Freimessen des Pumpwerkes mitalarmiert. Vor Ort war auch die Polizei an der Abarbeitung des Szenarios beteiligt, so wurde die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen beübt. Es wurde unter Atemschutz eine Person mittels Crashrettung aus dem Schacht des Pumpwerkes gerettet, eine weitere Person wurde nach dem Freimessen des Schachtes mittels Gasmessgerät schonend über die Winde des SRF gerettet. Die dritte, eingeklemmte Person musste schonend mit schwerem Gerät aus der Maschine befreit werden.
01:55, Einsatz 12
Mitten in der Nacht wurden die Mannschaften dann zu einem Brandmeldealarm im Bereich SÜDTIROLERSIEDLUNG gerufen. Es wurden mehrere Meldungseingänge gemeldet, deswegen mussten beide Züge ausfahren. Während der Anfahrt wurde der Einsatz aber von der Übungsleitstelle storniert, da es sich um einen Fehlalarm handelte. Die Mannschaften konnten wieder einrücken.
02:00, Einsatz 13
Noch während des Einrückens von Fehlalarm wurden beide Züge von der Übungsleitstelle zu einem Folgeeinsatz gerufen. Es handelte sich um einen vollausgeprägten Garagenbrand in der LANDESFEUERWEHRSCHULE. Es wurden zwei Atemschutztrupps zur Brandbekämpfung eingesetzt, ebenfalls musste eine Speiseleitung von Hydranten durch die LFB-Mannschaft gelegt werden und die Einsatzstelle weitreichend abgesichert werden. Anschließend konnten die Mannschaften einrücken und die Gerätschaften aufrüsten.
07:30, Einsatz 14 und 15
Nach einigen kurzen Stunden der Ruhe wurden die beiden Züge erneut zu zwei Einsätzen alarmiert. Zug 1 rückte wieder in den Bereich der TANNWIESE aus, da dort erneut ein Müllcontainer in Brand geraten war. Dieser musste abgelöscht werden. Zug 2 wurde zu zwei abgestürzten Personen im Bereich SAGL alarmiert. Eine Person musste hierbei mittels Leitern und Schleifkorbtrage schonend geborgen werden, eine weitere wurde mit einer massiven Pfählung durch den Oberkörper aufgefunden. Die Pfählung musste mit einer Säbelsäge entfernt werden, bevor die Person transportfähig gemacht wurde und geborgen wurde.
08:30, Einsatz 16
Nachdem in der Halle zusammen Frühstück gekocht wurde, konnten die Mitglieder sich etwas ausrasten. Die Ruhe hielt aber nicht lange, denn beide Züge wurden zu einem Zimmerbrand im Bereich WIESENWEG gerufen. Der Zimmerbrand musste unter Atemschutz bekämpft werden und die Räumlichkeiten belüftet werden.
10:00, Einsatz 17
Über Funk wurden beide Züge im direkten Anschluss an die Abarbeitung des Zimmerbrandes zu einem großen Folgeeinsatz alarmiert. Die Mannschaften mussten nun schnell umdenken, da das Szenario ein komplett anderes war. Es hatte sich nämlich ein massiver Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen und Personen ereignet.
Dies war das Szenario der großen Abschlussübung, welche vor der Gerätehalle stattfand. Alle Familien der Mitglieder waren eingeladen worden, dieser beizuwohnen und als krönenden Abschluss das Können unserer Mitglieder der Ausbildungs- und Jugendgruppe zu bestaunen. Die Übung wurde von beiden Zügen schnellstmöglich und mit großer Präzision abgearbeitet, was nach 24 Stunden ohne Schlaf auch schwierig war. Schlussendlich konnte der Einsatz erfolgreich beendet werden.
Anschließend wurden alle Geräte sauber gepflegt, alles zusammengeräumt und wieder einsatzbereit gemacht.
Kommandant HAGELE, Ausbildungsleiter HOSP und Jugendbetreuer STEISKALL sprachen allen Teilnehmern ein sehr großes Lob aus. Auffallend war vor allem die große Disziplin aller Beteiligten, sodass der BF – Tag ohne Reibungen vonstattengegangen war. Auch der Wissens- und Könnensstand der Mitglieder ist als sehr gut zu bewerten.
Ein großer Dank für die Planung und Durchführung des 24 – Stunden – Tages gilt allen Ausbildern und Helfern, sowie auch der Hausbäckerei Waldhart für die Verpflegung mit Gebäck.
